Ausstellung

Die Wanderausstellung „Keine Zeit für Tränen“ beschäftigt sich mit einem Teil der sogenannten Kindertransporte 1938-1940, das heißt zur Rettung jüdischer Kinder vor dem sicheren Tod. 

Die Ausstellung „Keine Zeit für Tränen“ soll helfen, sich dem Thema Antisemitismus emotional zu nähern und sich empathisch damit auseinanderzusetzen. Aus der Geschichte von „Tante Truus“ lassen sich für die Arbeit mit Jugendlichen diverse Themen ableiten.

Wie war die generelle Situation jüdischer Kinder und Jugendlicher im Nationalsozialismus? Wie entwickelte sich ihr Alltag ab 1933 und welchen Einschränkungen und Ausgrenzungen waren sie unterworfen? Wie entwickelte sich die Bedrohung von Leib und Leben mit den Jahren und welche Möglichkeiten hatten jüdische Familien, sich in Sicherheit zu bringen? Wer half ihnen und wer nicht? 

Mitglieder der Stichting Truus Wijsmuller-Meijer trafen sich mit Schüler:innen des Humboldt-Gymnasiums Solingen, um über die Geschichte von „Tante Truus“ zu sprechen. Foto: Daniela Tobias

Desweiteren sollen die Beweggründe von Geertruida Wijsmuller-Meijer, Tante Truus, vermittelt, eine Rettungsaktion für jüdische Kinder zu organisieren, um sie vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Deutschland, Österreich und den angrenzenden Gebieten zu schützen. Wie viel Zivilcourage und Überzeugung ist notwendig, um anderen Menschen dabei zu helfen, zu überleben?

Mit Begleitmaterial in deutscher Sprache, Ausstellungsführungen oder  auch in Form eines etwa 3,5 stündigen Workshops  wollen wir junge Menschen in unterschiedlichen Kontexten (Schule, Universität, Jugendeinrichtungen etc.) ansprechen, um eine gezielte Auseinandersetzung anzustoßen: mit Antisemitismus und dessen Auswirkungen sowie mit den Frage nach „Verantwortung und Erinnerung“ und nach „Haltung“ und „Zivilcourage“ – gestern wie heute. 

Auf dieser Webseite finden Sie außerdem weitergehende Informationen zur Thematik der sog. Kindertransporte. Zu den Rahmenbedingungen, die Wanderausstellung für die eigene Schule oder Einrichtung auszuleihen und zu nutzen.

Eröffnung der Ausstellung im Zentrum für verfolgte Künste im November 2024. Foto: Daniela Tobias

Die Wanderausstellung besteht aus 13 Rollups im Format 85 x 200 und zeigt sowohl die aus dem Niederländischen übersetzte Ausstellung der Stichting Truus Wijsmuller-Meijer wie zwei ergänzende Banner zu Schicksalen jüdischer Kinder aus dem Bergischen Land. Die Ausstellung kann von Schulen und Jugendeinrichtungen für einen Zeitraum von maximal vier Wochen ausgeliehen werden. Kosten entstehen den Einrichtungen keine, Spenden sind aber willkommen. Die Ausstellung wird nicht versendet oder geliefert. Für den Verlust und Schäden an der Ausstellung und dem Zubehör haftet die entleihende Einrichtung.

Für Anfragen nutzen Sie bitte das Kontaktformular

Zwei Banner erzählen von Schicksalen jüdischer Kinder aus dem Bergischen Land. Foto: Daniela Tobias

Gesellschaftlicher Kontext

Antisemitismus ist in Europa, dem Nahen Osten und weltweit verbreitet und über Jahrhunderte kulturell und gesellschaftlich tief verwurzelt. Er ist oft abstrakt und erst auf dem zweiten Blick erkennbar, stellt aber in der Konsequenz immer eine Bedrohung von Leib und Leben jüdischer Menschen dar. Die Wanderausstellung soll Jugendlichen helfen, sich dem Thema emotional zu nähern und sich damit empathisch auseinanderzusetzen.

83 Jahre nach Beendigung des zweiten Weltkriegs und der Shoah in Europa haben Menschen jüdischen Glaubens weltweit und auch hier bei uns in Deutschland wieder Angst, sich offen zu ihrem Glauben und ihren kulturellen Wurzeln zu bekennen. Sie begegnen erneut in ihrem Alltag (in Schule und Universität, auf der Straße etc.) offenem Antisemitismus.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage will die Ausstellung bestimmte historischen Bezugspunkte zum Thema mitzudenken: Die “Machtergreifung” der Nationalsozialisten in Deutschland 1933 hat vor allem zur 12 Jahre dauernden Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden – der Shoah – geführt. Der Antisemitismus ist auch in Europa tief verwurzelt.  Aber in dieser Zeit gab es auch Widerstand und Solidarität, Rettung und Menschlichkeit. 

Nicht die Fokussierung auf die Täter ist wichtig, sondern auf diejenige die etwas gegen Antisemitismus unternehmen, die Zivilcourage und Mut beweisen, sich für diejenigen Einzusetzen, die Schutz brauchen – zeigt, dass Ihr Menschen seid!

Wanderausstellung „Keine Zeit für Tränen“ im Schulzentrum Vogelsang. Foto: Daniela Tobias